Sozialwissenschaften

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Seit Wintersemester 2006/07 werden für Studienanfänger nur noch die Bachelor- Studiengänge angeboten. Die Zulassung zu Diplom-Studiengängen erfolgt nur noch in höheren Semestern.

Die Bachelor-Studiengänge des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften

 

1. Warum Sozialwissenschaften studieren?

Es gibt eine Vielzahl von Gründen für das Studium der Sozialwissenschaften an der WiSo-Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg. Besonders hervorzuheben sind:

  • Die Interdisziplinarität des Studiums: Es werden Kenntnisse in unterschiedlichen Fachgebieten erworben, wie der Soziologie, den Methoden der empirischen Sozialforschung, der Statistik, der Sozialpsychologie, der Betriebswirtschafts- und Volkswirtschaftslehre. Das Studium bildet also zum Generalisten aus, der sich nicht nur auf einem Fachgebiet auskennt, sondern Querverbindungen herstellen kann, die heute für praktische Problemlösungen unentbehrlich sind.
  • Der soziologische Schwerpunkt: Im Unterschied zu den anderen Fächern an der WiSo-Fakultät hat der Studiengang Sozialwissenschaften einen soziologischen Schwerpunkt. Der Studiengang bietet also im Unterschied zu reinen soziologischen Studiengängen, die an anderen Fakultäten angesiedelt sind und die häufig neben der Soziologie nur einen anderen Schwerpunkt haben, die Möglichkeit, Soziologie mit betriebs-, volkswirtschaftlichen, psychologischen, juristischen und zahlreichen anderen Fächern zu verknüpfen.
  • Die solide Methodenausbildung: Sowohl im Haupt- als auch im Grundstudium wird besonderer Wert auf die Methodenausbildung gelegt, also auch darauf, dass gelernt wird, wie Fragestellungen wissenschaftlich beantwortet werden können. Dadurch werden allgemeine Qualifikationen erworben, die sich für beliebige andere Problemstellungen eignen.
  • Die Praxisnähe des Studiums: Praxisbezug wird im Studium in mehrfacher Hinsicht hergestellt. Ein Praxissemester in einer außeruniversitären Einrichtung ist fester Bestandteil des Hauptstudiums, wobei das Praktikum von einem Lehrstuhl betreut wird. In Lehrforschungsprojekten im Grund- und Hauptstudium wird empirische Forschung durch "learning by doing" eingeübt. Ferner gibt es spezielle Veranstaltungen, wie Rollenspiele, Lokalaugenscheine, Exkursionen, Workshops und Tagungen. Alle diese Veranstaltungen und Aktivitäten sollen dazu beitragen, dass das Gelernte praktisch angewandt und dabei vertieft wird. Zusätzlich wird Einblick in berufliche Handlungsfelder gewonnen.
  • Die Internationalität des Studiums: Vielfältige Möglichkeiten für Auslandsaufenthalte bestehen. So kann z. B. das Pflichtpraktikum im Ausland absolviert werden. Es ist aber auch möglich, an einer ausländischen Universität zu studieren und dort Teile des Studiums zu absolvieren. Für alle diese Aktivitäten wird Betreuung angeboten, und es werden Finanzierungshilfen eingeworben. Kontinuierlich sind ausländische Gastprofessoren und Gastdozenten an den Lehrstühlen tätig.
  • Die innovative Lehre: Als Beispiele können hier angeführt werden: Das Plan-/Rollenspiel im Grundstudium, das Credit Point-System, die bereits genannten Lehrforschungsprojekte und Spezialveranstaltungen. Einzelne Veranstaltungen werden in englischer Sprache angeboten. Fachspezifische Sprachkurse, v. a. in Sprachen der mitteleuropäischen EU-Beitrittsländer (z. B. Polnisch, Ungarisch) werde von kompetenten Lehrenden betreut.
  • Die vielfältigen Wahlmöglichkeiten: Im Hauptstudium kann aus einer breiten Palette von Fächern gewählt werden. Dadurch sind Schwerpunktsetzungen je nach Interessenlage und Fähigkeiten möglich. Der Studiengang bietet somit die Möglichkeit zu einem interdisziplinären, praxisbezogenen Studium mit einer soziologischen und methodischen Schwerpunktsetzung an einer WiSo-Fakultät, mit vielfältigen Wahlmöglichkeiten und Möglichkeiten eines Auslandsstudiums.

2. Grundstudium

Das Grundstudium der Sozialwissenschaften dient der Vermittlung der für das Hauptstudium erforderlichen inhaltlichen und formalen Grundlagen. Es umfasst daher eine Reihe von Fächern, wie Grundzüge der Soziologie, Statistik, Methoden der empirischen Sozialforschung, Betriebswirtschafts- oder Volkswirtschaftslehre, Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens und Sozialpsychologie. Darüber hinaus sollen Studierende einen Einblick in die berufliche Praxis von Sozialwissenschaftlern gewinnen und das Gelernte praktisch erproben. Dafür wurden u.a. Lehrforschungsprojekte eingerichtet. Im Rahmen von Exkursionen und Lokalaugenscheinen werden Praxiseinrichtungen besucht und ihre Probleme und Anforderungen diskutiert.

Auf der Grundlage des zum Wintersemester 1999/2000 eingeführten Credit Point-Systems werden die pflichtmäßig zu besuchenden Lehrveranstaltungen durch Leistungsnachweise im Studium abgedeckt. Für jede erbrachte Leistung werden Punkte, sogenannte Credit Points (CP), vergeben. Die Note, mit der die Leistung bewertet wird, ist von dem CP zu unterscheiden. Für die Abschlussnote werden die studienbegleitenden Prüfungen und Leistungen zusammenfassend berücksichtigt. Im Zuge der Änderung der Studienordnung wurden auch die Curricula für die soziologischen Fächer weiterentwickelt und ein Plan- bzw. Rollenspiel sowie ein Lehrforschungsprojekt eingeführt.

2.1 Credit Point-System im Grundstudium

Für die vier Semester des Grundstudiums sind insgesamt 58 - 61 Semesterwochenstunden verpflichtend festgelegt und dementsprechend sind auch 58 - 61 Credit Points zu erwerben. Das Grundstudium umfasst 80 Semesterwochenstunden (kurz SWS), so dass rund 20 Stunden von den Studierenden völlig frei gewählt werden können.

Der laut Studienordnung zur Diplomvorprüfung führende Fächerkanon setzt sich zusammen aus:

  1. Einführung in die Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens
  2. Einführung in die Sozialpsychologie und Kleingruppenforschung
  3. Einführung in die Grundzüge der Soziologie
  4. Einführung in die sozialwissenschaftlichen Methoden und ihre Anwendung in empirischen Untersuchungen
  5. Grundzüge der Statistik
  6. wahlweise Grundzüge der Betriebswirtschaftslehre oder Grundzüge der Volkswirtschaftslehre

In der folgenden Übersicht werden die einzelnen Fächer mit den erforderlichen Teilfächern dargestellt. Genauere Informationen über die einzelnen Fächer kann man den späteren Erläuterungen in der vorliegenden Broschüre entnehmen.

Übersicht: Stuktur der Diplomvorprüfung

2.2 Fächer im Credit Point-System

Die Gestaltung des in der Regel vier Semester umfassenden Grundstudiums - also Wahl und Abfolge der Studienfächer - ist grundsätzlich frei. Es wird jedoch empfohlen, im ersten Jahr (1. + 2. Semester) die Einführung in die Grundzüge der Soziologie und die Einführung in die Statistik zu besuchen und im zweiten Jahr (3. + 4. Semester) die Einführung in die sozialwissenschaftlichen Methoden und ihre Anwendung in empirischen Untersuchungen sowie die Einführung in die Betriebswirtschafts- oder Volkswirtschaftslehre.

In den beiden soziologischen Fächern sind studienbegleitende Leistungen im Umfang von 27 Semesterwochenstunden vorgesehen und damit 27 Credit Points, dazu kommen 2 Semesterwochenstunden für die Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens, die von den beiden Soziologielehrstühlen Lehrstuhl für Soziologie und Sozialanthropologie (Prof. Dr. Henrik Kreutz) und Lehrstuhl für Soziologie (Prof. Dr. Johann Bacher) angeboten werden, so dass an den soziologischen Lehrstühlen insgesamt 29 Credit Points zu erwerben sind.

Neben den Vorlesungen und Übungen sind mindestens ein Lehrforschungsprojekt und das soziologische Plan/Rollenspiel sowie falkultativ eine Reihe von Kursen und Lehrgängen zu Techniken wissenschaftlichen Arbeitens zu absolvieren. Daneben sind zusätzlich Exkursionen und Lokalaugenscheine vorgesehen.

Die drei Fächer Einführung in die Grundzüge der Soziologie, Einführung in die sozialwissenschaftlichen Methoden und ihre Anwendung in empirischen Untersuchungen sowie Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens werden vom Lehrstuhl für Soziologie und Sozialanthropologie und vom Lehrstuhl für Soziologie in Kooperation angeboten.
Beide Lehrstühle bieten jeweils das komplette Lehrveranstaltungsprogramm bis zur Diplomvorprüfung alternierend in einem zweisemestrigen Zyklus an.

Neben den Pflichtveranstaltungen gibt es Fakultativ-Angebote, die von den Studierenden wahrgenommen werden sollen. Sie dienen zur Vorbereitung auf kommende Veranstaltungen, aber auch zur Vertiefung des in den Einführungsveranstaltungen gewonnenen Wissens. Darüber hinaus können dabei wichtige fachübergreifende Kompetenzen (sogenannte "soft skills") erworben werden.

2.2.1 Einführung in die Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens

In der Einführung in die Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens sollen jene Methoden vorgestellt werden, deren Beherrschung dazu dient, wissenschaftlich korrekt zu arbeiten. Darüber hinaus sollen die Techniken dazu beitragen, dass effizient und systematisch studiert werden kann und dass die Studienzeit zum Erwerb von Wissen und zu deren Nutzung im Rahmen der Mitarbeit in der "wissenschaftlichen Gemeinschaft" gebraucht wird. Zu den Techniken gehören Lern-, Hör-, Lese-, Redetechniken, Recherchemethoden sowie eine Einführung in die formale Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten.

2.2.2 Einführung in die Sozialpsychologie und Kleingruppenforschung

In dem vom Lehrstuhl für Psychologie vertretenen Fach werden grundlegende Erkenntnisse bezüglich der Verhaltensweisen des Menschen in der Gemeinschaft, in Organisationen, Betrieben und anderen sozialen Gebilden vermittelt. Diese Veranstaltung findet im WS 2002/2003 statt. Im SS 2003 wird die Veranstaltung “Verhalten in Organisationen” angeboten. Sie ist lediglich im Rahmen des Vordiplomsfaches Grundzüge der Betriebwirtschaftslehre verpflichtend.

2.2.3 Einführung in die Grundzüge der Soziologie

In der Einführung in die Grundzüge der Soziologie werden Grundlagen der empirisch orientierten Mikro-, Meso- und Makrosoziologie unter Bezugnahme auf die wichtigsten Paradigmen der Soziologie und deren prominente Vertreter vermittelt. Behandelt werden beispielhaft folgende Fragestellungen: Von welchen Faktoren hängt das Verhalten von Personen in bestimmten Situationen ab? Welche Rolle spielen dabei soziale Normen, soziale Rollen und soziale Werte? Welche Auswirkungen hat das Handeln von Personen auf ihre Umgebung? Wie ändert sich die Struktur und Kultur von Organisationen und Gesellschaften? Was sind die Ursachen dafür? In welche Richtung vollzieht sich der Wandel? Führen die Veränderungen zu mehr oder weniger sozialer Ungleichheit, zu mehr oder geringerer sozialer Gerechtigkeit?

2.2.4 Einführung in die sozialwissenschaftlichen Methoden und ihre Anwendung in empirischen Untersuchungen

Das Vordiplomsfach Einführung in die sozialwissenschaftlichen Methoden und ihre Anwendung in empirischen Untersuchungen wird kooperativ von den beiden Lehrstühlen angeboten. Wie bei der Einführung in die Grundzüge der Soziologie wechselt der Beginn des zweisemestrigen Veranstaltungszyklus’ jährlich zwischen beiden Lehrstühlen.

Inhalt des aus Vorlesung, Übung, Lehrforschungsprojekt und Einführung in die Computergestützte Datenanalyse bestehenden Faches Einführung in die sozialwissenschaftlichen Methoden und ihre Anwendung in empirischen Untersuchungen sind die Anlage und Durchführung empirischer Untersuchungen, Grundzüge der wichtigsten Datenerhebungsverfahren sowie Grundlagen der anwendungsbezogenen Datenanalyseverfahren von quantitativen und qualitativen Daten. In Lehrforschungsprojekten soll dann Theorie, Empirie und Praxis miteinander verknüpft werden. Die Studierenden führen deshalb im zweisemestrigen Lehrforschungsprojekt unter Anleitung ein eigenes Forschungsprojekt selbständig durch.

Vor allem die Empirische Sozialforschung ist immer stärker auf die EDV-gestützte Datenanalyse angewiesen, wobei vor allem die Nutzung des Internets und der gängigen EDV-Programmpakete zur Auswertung von Erhebungen ein unerlässliches Basiswissen für jeden Sozialwissenschaftler darstellen. Diese werden im Rahmen der Einführung in die computergestützte Datenanalyse (SPSS) vermittelt.

2.2.5 Grundzüge der Statistik

In den Grundzügen der Statistik werden die wichtigsten Methoden zur quantitativen Darstellung und Analyse sozioökonomischer Sachverhalte behandelt. Dazu gehören die Teilbereiche Deskriptive Statistik und Induktive Statistik.

2.2.6 Grundzügen der Volkswirtschaftslehre bzw. Betriebswirtschaftslehre

Zu den Grundzügen der Volkswirtschaftslehre gehören neben der Einführung in die Volkswirtschaftslehre als ”Grundzüge der Volkswirtschaftslehre I” die Grundzüge der makroökonomischen Theorie und der Wirtschaftspolitik und als ”Grundzüge der Volkswirtschaftslehre II” die Grundzüge der mikroökonomischen Theorie und der Finanzwissenschaft.

Zu den Grundzügen der Betriebswirtschaftslehre I gehören eine Einführung in die Betriebswirtschaftslehre (unter besonderer Berücksichtigung institutioneller Aspekte), ergänzt durch eine Veranstaltung über Verhalten in Organisationen. Zu den Grundzügen der Betriebswirtschaftslehre II gehört die Behandlung betrieblicher Funktionallehren (Produktion, Absatz, Investition und Finanzierung, Führung, Operations Research/ Entscheidungslehre, Steuerlehre). (Nähere Informationen hierzu siehe die Kapitel zum jeweiligen Studiengang im Studienführer für die Diplomstudiengänge Betriebswirtschaftslehre, Internationale Betriebswirtschaftslehre, Internationale Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftspädagogik und Volkswirtschaftlehre) In ergänzenden Lehrveranstaltungen sollen Studierende ihre Kenntnisse in Fremdsprachen, Mathematik und Recht und in den Fächern der Diplomvorprüfung vertiefen.

3. Hauptstudium

Das Hauptstudium dient der Vertiefung und Spezialisierung. Es bietet den Studierenden innerhalb des Lehrangebotes die Möglichkeit, ihr Studium nach Neigungen, Bedürfnissen und Berufswünschen auszurichten. Die schon im Grundstudium angelegte Interdisziplinarität aus Bereichen der Soziologie, der Statistik und der Ökonomie wird im Hauptstudium durch eine große Wahlmöglichkeit ausgebaut.

Im Hauptstudium sind in insgesamt 5 Fächern 100 Credit Points zu erwerben. 28 Credit Points fallen davon auf die während des Studiums anzufertigende Diplomarbeit. Eine genaue Zuordnung der Credit Points zu den einzelnen Fächern kann man der nachfolgenden Tabelle entnehmen.

Die Struktur der Diplomprüfung ist wie folgt festgelegt:

Fächer der Diplomprüfung

SWS 

CP   Maximale
Zahl d. Teil
- prüfungen 1)
Prüfungs
- budget in „Stunden 2)

1. Allgemeine Soziologie und sozial-
wissenschaftliche Methoden einschl.
ihrer Anwendung in empirischen
Untersuchungen

 14-18  14-18    CP / 2    CP / 2
(in Einheiten)

2. Volkswirtschaftslehre, einschl.
Wirtschaftspolitik und Finanz-
wissenschaft           oder
Allgemeine Betriebswirtschaftslehre

12-16
 
 
12-14
12-16
 
 
12-14

3. Wirtschaftlich und sozial-
politisch wesentliche Teile der

Rechtswissenschaft
(in Einheiten)

 oder      

Psychologie
Sozial- und
Arbeitsmarktpolitik

 oder

12-16

12-16

4. Pflichtwahlfach I

12-16

12-16

5. Pflichtwahlfach II

12-16

12-16

Summe

72

72

Diplomarbeit

28

Gesamtsumme

100

1) Einstündige Lehrveranstaltungen ergeben 1 Credit Point. Dies entspricht einer halben Teilprüfung.
2)
Als "Stunden" sind hier Prüfungseinheiten angesprochen. Der Umfang von "1 h" bedeutet: Eine Stunde bei einer schriftlichen Klausur, 15 Minuten bei einer mündlichen Prüfung bzw. max. 4 Wochen Vorbereitungszeit bei einer Seminararbeit.

Verpflichtend für alle Sozialwissenschaftler ist das Fach "Allgemeine Soziologie und sozialwissenschaftliche Methoden einschließlich ihrer Anwendung in empirischen Untersuchungen".
Bei dem zweiten zu belegenden Fach kann eine grundsätzliche Entscheidung zwischen der "Volkswirtschaftslehre" und der "Betriebswirtschaftslehre" getroffen werden. Das Fach Volkswirtschaftslehre umfasst Volkswirtschaftstheorie, Wirtschaftspolitik und Finanzwissenschaft. Zu den Studieninhalten der Allgemeinen Betriebswirtschaftslehre gehören insbesondere die Gebiete Produktion, Absatz, Personalwirtschaft, Führungslehre, Operations Research, Finanzwirtschaft, Rechnungswesen, Informationswirtschaft sowie Unternehmensanalyse und –steuerung. (Nähere Informationen im Kapitel zum jeweiligen Studiengang im Studienführer für die Diplomstudiengänge Betriebswirtschaftslehre, Internationale Betriebswirtschaftslehre, Internationale Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftspädagogik und Volkswirtschaftlehre).
Das dritte Fach ist aus den Bereichen "Wirtschaftlich und sozialpolitisch wesentliche Teile der Rechtswissenschaft", "Psychologie" oder "Sozial- und Arbeitsmarktpolitik" zu belegen. Zum Fach "Sozial- und Arbeitsmarktpolitik" gehören Veranstaltungen zur Arbeitsmarkttheorie und -politik, zur Sozialen Sicherung, zur Arbeitsordnungspolitik sowie zur Betrieblichen Sozialpolitik. Das Fach die "wirtschaftlich und sozialpolitisch wesentlichen Teile der Rechtswissenschaft" umfasst eine Einführung in das Privatrecht und das Öffentliche Recht (Verfassungsrecht, Verwaltungsrecht). Das Fach "Psychologie" beinhaltet eine Einführung in die Grundsachverhalte der Psychologie sowie Veranstaltungen zur Sozialpsychologie des Betriebes, zu den psychologischen Problemen der Unternehmensführung, zu den Grundzügen der Arbeitspsychologie sowie zur Sozialpsychologie.
Die verbleibenden zwei Pflichtwahlfächer sind aus einem sehr umfassenden Angebot von 43 Fächern frei zu wählen. Eine genaue Aufstellung enthält die Anlage zur Prüfungsordnung.

Exemplarisch soll hier nur der genaue Aufbau der 'Allgemeinen Soziologie und sozialwissenschaftliche Methoden einschließlich ihrer Anwendung in empirischen Untersuchungen' dargestellt werden. Dieses Fach wird vom Lehrstuhl für Soziologie und dem Lehrstuhl für Soziologie und Sozialanthropologie in Kooperation angeboten. Von beiden Lehrstühlen sind Veranstaltungen zu belegen. (vgl. nachfolgende Tabelle)

Aufbau der 'Allgemeinen Soziologie und sozialwissenschaftliche Methoden einschließlich ihrer Anwendung in empirischen Untersuchungen'

Zu den Studieninhalten der Allgemeinen Soziologie und der sozialwissenschaftlichen Methodenlehre gehören die wesentlichen Theorien und Methoden der Soziologie, einschließlich ihrer Umsetzung in empirische Untersuchungen. Vermittelt werden auch Grundzüge der Sozialstrukturanalyse moderner Gesellschaften und Grundzüge der praktischen Anwendung soziologischen Wissens in verschiedenen gesellschaftlichen und beruflichen Handlungsfeldern. Hinzu tritt eine Einführung in die Wissenschaftstheorie. Den Studierenden wird empfohlen, an einem Lehrforschungsprojekt mitzuarbeiten.

Der Erwerb von 14 Credit Points ist verpflichtend (Kernbereich). Des Weiteren steht es dem Studierenden frei, einen Schwerpunkt des Studiums auf das Fach zu legen (Erweiterungsbereich). Dabei können insgesamt maximal 4 zusätzliche Credit Points eingebracht werden.

Der Aufbau der verschiedenen Speziellen Soziologien, die als Wahlfach gewählt werden können, ist in der Broschüre "Das Credit Point-System im Hauptstudium der Soziologischen Hauptfächer und Pflichtwahlfächer" enthalten, die in den Sekretariaten der beiden Soziologie-Lehrstühle erworben werden kann oder auf den Homepages der Lehrstühle eingesehen oder heruntergeladen werden kann.

  • Wirtschafts-, Organisations- und Betriebssoziologie
    (Lehrstuhl für Soziologie und Lehrstuhl für Soziologie und Sozialanthropologie)
    (Lehrstuhl für Soziologie)
  • Soziologie der Familie, Jugend und Kindheit
    (Lehrstuhl für Soziologie und Lehrstuhl für Soziologie und Sozialanthropologie)
    (Lehrstuhl für Soziologie)
  • Bildungs- und Wissenssoziologie (Lehrstuhl für Soziologie und Sozialanthropologie)
  • Entwicklungssoziologie (Lehrstuhl für Soziologie und Sozialanthropologie)
  • Sozialanthropologie (Lehrstuhl für Soziologie und Sozialanthropologie)
  • Medizinsoziologie (Lehrstuhl für Soziologie, Prüfer Prof. Dr. Stosberg)

4. Pflichtpraktikum

In Verbindung mit dem theoretischen Teil ihres Studium führen die Studierenden eine für das Studium geeignete dreimonatige (bei Auslandspraktikum viermonatige) betreute Tätigkeit in einer außeruniversitären Einrichtung durch. Dieses Praktikum kann erst nach erfolgreich bestandener Diplomvorprüfung absolviert werden, falls es nicht anderweitig absolviert wurde und anerkannt wird. Es ist von einem Fachvertreter eines der vom Studierenden gewählten bzw. studierten Fächer zu betreuen. Die Wahl des Betreuers ist frei. Das Praktikum sollte zeitlich zusammenhängend durchgeführt werden. Wird das Praktikum in mehrere Teilabschnitte aufgeteilt, sollte jeder dieser Teilabschnitte mindestens zwei Monate betragen. Über das Praktikum ist ein schriftlicher Bericht anzufertigen.

Wird das Pflichtpraktikum an einem der beiden Soziologie-Lehrstühlen betreut, ist es möglich, dies im Rahmen des Erweiterungsbereiches mit 2 Credit Points einzubringen – bei einem Auslandspraktikum insgesamt mit 4 Credit Points.