Seit Wintersemester 2006/07 werden für Studienanfänger nur noch die Bachelor- Studiengänge angeboten. Die Zulassung zu Diplom-Studiengängen erfolgt nur noch in höheren Semestern.
Die Bachelor-Studiengänge des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften
- 1.Vorbemerkungen
- 2.Leitperspektiven: Das Studium im Kontext persönlicher Interessen und beruflicher Tätigkeitsfelder
- 3.Grund- und Hauptstudium
- 4.Das Fach Wirtschaftspädagogik
Die zu erwartende neue Prüfungs- und Studienordnung wird sich voraussichtlich auf Struktur und Inhalt des Studiums insgesamt wie auch der einzelnen Fächer auswirken. Insofern haben die nachstehenden Ausführungen nur vorläufigen Charakter. Es wird dringend geraten, sich zu Fragen der Studiengestaltung frühzeitig bei der Studienfachberatung für Wirtschaftspädagogik (Dr. Hertel) zu informieren.
1 Vorbemerkungen
Zum Sommersemester 1998 sind größere Änderungen der alten Prüfungsordnung (z. B. Prüfungsvorleistungen im Grundstudium, Anzahl der Diplomprüfungsfächer) in Kraft getreten und eine Studienordnung für den Studiengang Wirtschaftspädagogik verabschiedet worden; sie werden im folgenden berücksichtigt und gelten für Studierende, die ab dem Sommersemester 1998 das Studium der Wirtschaftspädagogik aufgenommen haben. Ferner ist per 27.12.1999 eine Diplomprüfungsordnung für Studenten der Wirtschaftspädagogik in Kraft getreten, die außer formalen Angleichungen vor allem die Umstellung auf das Creditpointsystem enthält; sie gilt für Studierende, die ab dem Sommersemester 2000 das Studium begonnen haben oder mit dem Bestehen der Diplomvorprüfung in das Hauptstudium eintreten. Da also derzeit drei Prüfungsordnungs-Versionen und dazu verschiedene Übergangsbestimmungen in Betracht kommen können, wird dringend geraten, sich in Zweifelsfällen (z. B. bei Studiengang- bzw. Hochschulwechsel, Wahl der Studienrichtung) frühzeitig mit der Studienfachberatung (Dr. Hans-Dieter Hertel) in Verbindung zu setzen. Ferner wird empfohlen, möglichst regelmäßig die Aushänge an den "Schwarzen Brettern" des Lehrstuhls (Lange Gasse/Ebene 2) zu sichten..
2 Leitperspektiven: Das Studium im Kontext persönlicher Interessen und beruflicher Tätigkeitsfelder
Auch wenn der Abschluss "Diplom-Handelslehrer" (etwas
missverständlich) auf eine ausschließlich schulische
Verwendung hindeutet, so sollte doch beachtet werden, dass ein Studium
der Wirtschaftspädagogik eine hohe Polyvalenz besitzt. Die
Absolventen können zum einen eine Tätigkeit an einer beruflichen
Schule anstreben und zum andern u. a. in Unternehmen und Verbänden
sowie bei privaten Bildungsträgern unterschiedliche Aufgaben
des Bildungsmanagements, der Personalentwicklung, der Lehre u. a.
m. wahrnehmen. Der Aufbau des Lehrangebots erlaubt es den Studenten,
unterschiedliche Schwerpunktbildungen entsprechend ihren individuellen
Studieninteressen und Berufsperspektiven.
Im Hinblick auf eine angestrebte Tätigkeit als Lehrer an einer
beruflichen Schule ist zu berücksichtigen, dass das Universitätsstudium
nur einen Teil der Gesamtausbildung darstellt. Nach erfolgreichem
Diplom-Examen können die Absolventen in den zweijährigen
Vorbereitungsdienst (Referendariat) für das Lehramt an beruflichen
Schulen in Bayern eintreten. Zwar gilt dies prinzipiell auch für
andere Bundesländer, doch wird dringend empfohlen, sich bei
den in Betracht kommenden Kultusbehörden frühzeitig näher
zu informieren. Das Referendariat dauert zwei Jahre und soll eine
theoretisch fundierte schulpraktische Ausbildung vermitteln, die
für den Einsatz als Lehrer an beruflichen, insbesondere an
kaufmännischen, Schulen qualifiziert.
Auch sind in der Gesamtausbildung der Diplom-Handelslehrer längere
betriebspraktische Phasen enthalten. So ist für die Zulassung
zur Diplomprüfung eine halbjährige praktische Tätigkeit
in der Wirtschaft oder Wirtschaftsverwaltung nachzuweisen. Für
die Zulassung zum Vorbereitungsdienst in Bayern wird eine abgeschlossene
kaufmännische Berufsausbildung oder ein Praktikum mit einer
Gesamtdauer von 48 Wochen vorausgesetzt.
3 Grund- und Hauptstudium
Das Studium von neun Semestern ist in ein Grundstudium (4 Semester) und ein Hauptstudium (5 Semester) gegliedert. Für die Studiengänge Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftspädagogik ist das wirtschaftswissenschaftliche Grundstudium weitgehend identisch, so dass hierzu auf die einschlägigen Ausführungen zum Studiengang Betriebswirtschaftslehre (Kapitel II) verwiesen werden kann. Die Abweichungen im Studiengang Wirtschaftspädagogik betreffen insbesondere:
- Es werden eine Studienrichtung I und eine Studienrichtung II (mit einem so genannten Doppelpflichtwahlfach wie Sozialkunde, Sport, Englisch usw.) angeboten; die Entscheidung für eine Studienrichtung ist zwar prinzipiell reversibel, doch sollte sie möglichst schon zu Beginn des Studiums getroffen werden.
- In der Studienrichtung II (also mit Doppelpflichtwahlfach) entfällt Statistik als Diplomvorprüfungsfach, jedoch wird bereits im Grundstudium der Besuch bestimmter Lehrveranstaltungen im Doppelpflichtwahlfach verlangt.
- In beiden Studienrichtungen ist das Fach Wirtschaftspädagogik verbindlicher Bestandteil des Grundstudiums; als Ausgleich dafür werden die Zahl der SWS im Privaten und Öffentlichen Recht sowie der Prüfungsstoff und die Dauer der Rechtsklausuren reduziert.
Im Grundstudium soll sich der Student einen Überblick über Fakten, Verfahren und Probleme der Studienfächer aneignen. Es endet mit der bestandenen Diplomvorprüfung. Diese wird in mehreren Abschnitten abgelegt und erstreckt sich auf die folgenden Fächer:
- Grundzüge des betrieblichen Rechnungswesens
- Mathematik für Wirtschaftswissenschaftler
- Einführung in die betriebliche Informationsverarbeitung
- Grundzüge der Betriebswirtschaftslehre
- Grundzüge der Volkswirtschaftslehre
- Die wirtschaftlich wesentlichen Teile des Privaten Rechts und des Öffentlichen Rechts
- Grundzüge der Statistik (nur in Studienrichtung I)
- Pädagogik, insbesondere Wirtschaftspädagogik
- Doppelwahlpflichtfach (nur in Studienrichtung II)
Im Hauptstudium kann der Student durch seine Fächerwahl
Schwerpunkte festlegen. Die Diplomprüfung gliedert sich in
die studienbegleitenden Teilprüfungen in den Prüfungsfächern
und die Anfertigung einer Diplomarbeit (Bearbeitungsdauer vier bis
max. sechs Monate)
Beim Studiengang Wirtschaftspädagogik sind für das Hauptstudium
bzw. für die Diplomprüfung zwei Studienrichtungen zu unterscheiden:
- Die Studienrichtung I umfasst die Fächer Wirtschaftpädagogik, Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre, eine Spezielle Betriebswirtschaftslehre und ein Pflichtwahlfach (z. B. Marketing, Finanzwissenschaft, Privatrecht, Statistik).
- Die Studienrichtung II umfasst die Fächer Wirtschaftspädagogik, Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre (ersatzweise eine Spezielle Betriebswirtschaftslehre) und ein so genanntes Doppelpflichtwahlfach. Hierfür kommen derzeit beispielsweise in Betracht:
- Deutsch
- Englisch (mit Wirtschaftssprache) und Auslandswissenschaft (Englischsprachige Kulturen - Vereinigte Staaten von Amerika, Kanada, Großbritannien, Irland),*)
- Französisch (mit Wirtschaftssprache) und Auslandswissenschaft,*)
- Geographie, insbesondere Wirtschafts- und Sozialgeographie, *)
- Wirtschafts- und Sozialgeschichte und Grundzüge der allgemeinen Geschichte, *)
- Sozialkunde (Soziologie und politische Wissenschaft), *)
- Evangelische Religionslehre,
- Katholische Religionslehre,
- Sport,
- Mathematik,
- Wirtschaftsinformatik.
*) Diese Fächer können als Pflichtwahlfächer in der Studienrichtung I auch „einfach“ bzw. „einzeln“ studiert werden, allerdings ohne Erwerb einer zusätzlichen Lehrbefähigung für den Unterricht dieses Fachs an (weiterführenden) kaufmännischen Schulen.
Über weitere Möglichkeiten der Fächerkombination (z. B. Studium von Zusatzfächern) informiert die Studienfachberatung; Auskünfte zu Aufbau und Inhalt des Studiums der einzelnen Fächer erteilen die jeweiligen Lehrstühle.
4. Das Fach Wirtschaftspädagogik
4.1 Leitziele und Rahmenstruktur des Lehrangebots
Das Studium der Wirtschaftspädagogik soll die fachlichen, methodischen und sozialen Kompetenzen für eine reflektierte und kritische Auseinandersetzung mit den Anforderungen unterschiedlicher beruflicher Handlungsfelder aufbauen. Folgende Handlungsfelder stehen dabei im Vordergrund:
- Lehre und Curriculumentwicklung im Kontext von wirtschaftsberuflichen Schulen;
- Lehre und Bildungsmanagement in Betrieben, Verbänden, Kammern, privaten Bildungsträgern u. ä.
- Personalwirtschaft und -entwicklung in Betrieben, Beratungsunternehmen u. ä.
Neben dem unverzichtbaren Erwerb eines wirtschaftspädagogischen Fachwissens und wirtschaftsdidaktischer Kompetenz sollen innerhalb des Studiums die folgenden Kompetenzbereiche gefördert werden:
- Kritische Einschätzung wissenschaftlicher Erkenntnisse, ihrer methodischen Grundlagen, ihrer Möglichkeiten und Grenzen bei der Anwendung in der Praxis sowie ihrer normativen Prämissen.
- Auseinandersetzung mit dem Spannungsverhältnis einer anwendungsbezogenen Wissenschaft, einerseits auf die vorgegebenen Anforderungen einer Praxis vorzubereiten, andererseits in kritischer Distanz das Vorgegebene in Frage zu stellen, Defizite zu formulieren und in kreativ-divergenter Form neue Lösungen zu entwickeln.
- Entwicklung von sozial-kommunikativen Kompetenzen, z. B. die Bereitschaft und Fähigkeit zur Verständigung, zum kooperativen und zum sozialverantwortlichen Handeln.
Detaillierte Informationen zum Lehrstuhl sowie zum Studiengang bzw. Studienfach Wirtschaftspädagogik sind dem aktuellen "Leitfaden Wirtschaftspädagogik" zu entnehmen; er ist im Lehrstuhlsekretariat (Frau Gaberszik/Raum 2.222) erhältlich.
4.2 Wirtschaftspädagogik als Pflichtfach
Für die Studenten des Studiengangs Wirtschaftspädagogik (Abschluss als Diplom-Handelslehrer) ist das Fach Wirtschaftspädagogik als Pflichtfach ausgewiesen. Das Studium des Faches umfasst 32-36 SWS (siehe Darstellung 1).
4.3 Wirtschaftspädagogik als Pflichtwahlfach
Die Studenten der Betriebswirtschaftslehre können „Wirtschafts- und Betriebspädagogik“ und die Studenten der Sozialwissenschaften „Pädagogik“ als Pflichtwahlfach studieren. Das Studium des Faches umfasst 12-16 SWS (siehe Darstellung 2).

